Weite Sanddünen der Namib-Wüste unter klarem Himmel, im Hintergrund eine kleine Karawane am Horizont.

DIE NAMIB DESERT EXPEDITON

Zwischen Status und Sehnsucht liegt ein Raum, den viele nie betreten. Unsere Autorin öffnet ihn und begleitet Menschen weit über ihre bisherigen Grenzen hinaus zu echter Transformation, z.B. in die Wüste Namib.

Hier erfahren Sie mehr über

  • Wahre Größe
  • Prägungen und Erfolg
  • Die Wüste als Katalysator

Text Sonja Piontek

Schwarzweiß-Porträt von Sonja Piontek.

Sonja Piontek ist SPIEGEL Bestseller-Autorin, internationale Unternehmerin, Ex-Marketing Direktorin von BMW Asien und die Frau hinter der Namib Desert Expedition. Sie führt Menschen aus der Komfortzone in ihre Kraft.

Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Nicht aus der Art von Einfachheit, die man später wohlklingend in einem Interview erwähnt, um Bodenständigkeit zu betonen, sondern aus einer, die von echtem, kindlichem Schmerz geprägt war.
Von der ständigen Angst, das Zuhause zu verlieren, wenn wieder ein Brief von der Bank kam. Von dem Balanceakt zwischen Notwendigkeit und Verzicht, wenn meine Mutter mit zehn Mark den Wocheneinkauf bestreiten musste.
Von dem beklemmenden Gefühl, wenn die Lehrerin einen Ausflug ankündigte, alle Kinder aufsprangen und es mir die Kehle zuschnürte – weil ich wusste, welche Stimmung diese finanzielle Zusatzbelastung zu Hause hervorrufen würde.

Wie aus kindlicher Sehnsucht die Fähigkeit entstand, andere in ihre Größe zu heben

Doch was mir vor allem fehlte – und das wurde mir erst vor wenigen Jahren bewusst – war ein Gegenüber, das mein Potenzial nicht nur sah, sondern vor allem entwickeln konnte. Mein Vater – selbst hochbegabt – hat mein Potenzial gesehen. Sehr klar sogar. Aber er wusste schlicht nicht, wie er damit umgehen sollte.

Schon früh als Kind war er aus der Schule genommen worden, um seine Geschwister großzuziehen und hat nie im Leben einen Mentor, einen wirklichen Lehrer gehabt. Als meine Eltern sich trennten, verschwand er aus meinem Leben. Ab meinem zwölften Lebensjahr war er über viele Jahre kein Teil mehr meines Alltags, meiner Entwicklungsmöglichkeit.

Meine Mutter, nach der Trennung in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebend und Halt suchend in einer indischen Sekte, hat mit all ihrer Liebe ihr Bestes gegeben. Nur: Was ich brauchte, war etwas, das weder sie (noch meine neue, zweite Mutter) mir geben konnten. Nicht aus Mangel an Herz – sondern aus Mangel an Werkzeugen.

Ich lebte in einer Welt, in der meine Begabung nicht eingeordnet werden konnte. In einem Umfeld, das nicht wusste, was es bedeutet, wenn ein Kind mühelos nur Einsen schreibt – nicht, weil es strebsam ist, sondern weil es schneller denkt, fühlt, versteht als andere.

So wurde ich überschüttet mit Liebe, Lob und Dankbarkeit – Förderung jedoch gab es nicht.

Über die Jahre wurde ich immer mehr zum Bilderbuch-haften Musterkind. Einem Kind, das perfekt funktioniert. Das auf allen Ebenen liefert, nicht weil es gefallen will, sondern weil es sich – auf einer tieferen, unausgesprochenen Ebene – so sehr wünscht, endlich gesehen zu werden. Nicht für das, was es leistet, sondern für das, was es ist und vor allem werden kann.

Vermutlich war es auch die Unkonventionalität meines Aufwachsens – mit meiner eineiigen Zwillingsschwester, als Scheidungskind, in einem Frauenhaushalt mit zwei Müttern, eingebettet in eine spirituelle Glaubensgemeinschaft –, die jede Form von „außergewöhnlich“ relativierte und den Raum für kindliche Förderung nahm. Es gab in dieser Welt schlicht niemanden, der mein Potenzial greifen oder gar entfalten konnte.

Heute blicke ich jedoch in tiefer Dankbarkeit genau auf diesen Umstand zurück. Nicht, weil mein Start dadurch leicht war – sondern weil er mir die Fähigkeit geschenkt hat, Potenziale in anderen mit rasiermesserscharfer Klarheit zu erkennen und zu entfalten.

Diese Fähigkeit ist kein erlerntes Werkzeug – es ist das Ergebnis eines tiefen, lange nicht greifbaren Sehnens: nach einem Gegenüber, das mir den Weg weist, das an mich glaubt, mir Halt gibt – und Größe zutraut, lange bevor ich sie selbst erkennen konnte.

Sanft geschwungene Sanddünen mit langen Schatten bei tief stehender Sonne.

Was fehlt, wird oft zur stärksten Kraft

Über die Jahre habe ich immer wieder Menschen kennengelernt, die – meist unbewusst – genau das tun, wonach sie sich selbst am tiefsten gesehnt haben. Oder heute noch sehnen. Bei mir ist das nicht anders.

Denn dieses tiefe Sehnen hat etwas in mir geschärft, das ich heute als meine stille Superpower begreife. Ich gebe anderen das, was ich selbst als das größte Geschenk empfinde: Menschen in ihrer wahren Größe zu sehen – noch bevor sie selbst Zugang dazu haben. Und den Raum zu bieten, in dem sich genau das entfalten darf.

Ich arbeite fast ausschließlich mit jenen, die in ihrer Intelligenz, ihrem Erfolg, ihrem Wirken außergewöhnlich sind. Traurigerweise ist genau diesen Menschen häufig gar nicht bewusst, wie besonders sie sind. Weil sie ihre enorme Leistung für normal halten. Weil sie sich seit Jahren über Zahlen, Status und Effizienz definieren – und dabei verlernt haben, zu fühlen, was wirklich in ihnen steckt.
Bis plötzlich etwas zu ziehen beginnt. Eine ungreifbare Leere. Ein Gefühl von „erfüllt unerfüllt“ – etwas, das endlich gesehen, gelebt, entfaltet werden will.

Ich begleite Menschen dorthin, wo es durchaus erstmal weh tut, wo es tief geht. Wo es echt wird. Wo Masken fallen, nicht aus Schwäche, sondern aus der Erlaubnis heraus, endlich zu sein – ohne Rolle, ohne Rüstung, ohne Be- oder Verurteilung. Meine mehrtägigen Coachings in Kitzbühel oder meine Formate wie die Namib Desert Expedition für Frauen oder die Desert Men Challenge sind dabei keine Events für Selbstoptimierung. Sie sind Räume für Rückverbindung.

  • Mehrere Personen mit Kopfbedeckung und Ausrüstung bewegen sich durch die Wüste, teilweise unscharf dargestellt.
  • Aufgehende Sonne über hohen Sanddünen.

Zwei Begegnungen, die sinnbildlich für das stehen, was in den richtigen Räumen geschehen kann

Ein Unternehmer, der ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen führt, kam zu mir nach Kitzbühel. Von außen betrachtet war alles da: Erfolg, Status, Souveränität. Doch tief in seinem Inneren glaubte er, keinen Platz am Tisch des Lebens zu haben. Er selbst verortete sich immer wieder am „Kindertisch“.
Auch hielt ihn eine tiefsitzende Prägung seit Jahren innerlich gebremst: erfolgreiche Menschen seien schlecht. Erst als wir diesen inneren Konflikt lösten und seine Daseinsberechtigung etablierten, entstand das, was er sich selbst jahrelang verwehrt hatte: Größe mit Integrität.

Ein anderes Beispiel: Es kam zu mir eine Managerin von Volkswagen, mit beeindruckender internationaler Karriere, klarem Verstand, hoher Wirksamkeit. Jahrzehntelang funktionierte sie – zuverlässig, effizient, stark. Doch erst in der Wüste Namib – gegen Ende der Expedition, die sie schon abbrechen wollte – erkannte sie schmerzhaft, wie sehr sie über die Jahre schleichend und unbemerkt den Glauben an sich selbst verloren hatte. Inmitten von Sand, Stille und umgeben von ihren „Wüstenschwestern“ fand sie ihn zurück – und mit ihm eine Stärke, die kein beruflicher Erfolg ihr je geben konnte.

Solche Prozesse mitzuerleben – sie zu initiieren, zu halten, zu begleiten, manchmal mit einem einzigen Satz oder einer Frage den alles verändernden Impuls zu setzen –, erfüllt mich auf eine Weise, die schwer in Worte zu fassen ist. Es ist kein Stolz, der daraus erwächst.
Es ist eine tiefe, stille Dankbarkeit. Dafür, dass ich diese Möglichkeiten öffnen darf. Dafür, dass Menschen mir ihr Vertrauen schenken – und damit auch das, was oft über Jahrzehnte verborgen lag.

Und dafür, dass ich Zeugin sein darf von ihrer Transformation.

Gruppe von Menschen zieht in einer Linie über hohe Sanddünen, aufgenommen aus großer Distanz.

Es geht nicht darum, ob uns unser Umfeld beeinflusst, sondern wie dies geschieht

Ein Element, das oft unterschätzt wird, ist das Umfeld. Kaum etwas prägt so stark das, was wir uns selbst zutrauen, uns ermöglichen – oder eben nicht. Ich selbst hätte es vermutlich nie gewagt, meine internationale Karriere bei BMW hinter mir zu lassen. Ich war Marketing-Direktorin von BMW Asien – in den Augen vieler hatte ich „es geschafft“, was auch immer „es“ bedeuten mag.
Als ich zum ersten Mal laut darüber nachdachte zu kündigen, schlugen in meinem deutschen Umfeld sofort alle Alarmglocken. Unisono hieß es: „Du kannst doch bei BMW nicht kündigen! Nicht aus so einer Position!“

Ganz anders in Asien. Dort war ich umgeben von Visionären. Die an mich glaubten. Die mir Mut machten. Die mir zutrauten, diesen Weg zu gehen – noch bevor ich selbst davon überzeugt war. Dieses Umfeld war mitentscheidend dafür, dass ich den Schritt gewagt habe. Dass ich (trotz meiner Vergangenheit) die Sicherheit des Konzerns loslassen und in Singapur mein erstes eigenes Unternehmen gründen konnte.

Das Umfeld für Transformation

Ein solches Umfeld bewusst zu gestalten, ist heute ein zentrales Anliegen meiner Arbeit. Ob in der Wüste oder im Einzelsetting: Ich schaffe Räume, in denen Menschen sich nicht erklären oder profilieren müssen – sondern wachsen dürfen. Räume, die geprägt sind von Weite – äußerlich durch die spektakuläre Landschaft der Namib oder der Kitzbüheler Alpen, innerlich durch das Erleben von echter Resonanz auf Augenhöhe.
In denen jede Stimme zählt, aber keine sich über die andere erhebt.
In denen ein einzelner Satz – zur richtigen Zeit, im richtigen Moment – mehr bewegen kann als Jahre an Selbstoptimierung.

Denn genau dieses Umfeld ist einer der effektivsten Hebel für Transformation. Es geht nicht darum, Menschen an ihre Grenzen zu bringen – sondern sie für Möglichkeiten zu öffnen, die weit darüber hinausreichen.

In meinen Expeditionen ist es daher nicht allein die körperliche Herausforderung, 120 Kilometer durch die älteste Wüste der Welt zu wandern. Sondern die mentale. Es ist nicht allein die Weite, die den gedanklichen Horizont erweitert, sondern die Stille, die so viele Antworten trägt.

Vor allem aber ist es die Qualität der Gruppe – bewusst zusammengestellt, getragen von echter Begegnung auf Augenhöhe. Ein Umfeld, das nicht bewertet, sondern erinnert. An das, was längst da ist. An das, was gesehen, gespürt, gelebt werden will. Und an die Kraft, es auch zu tun.

Ich bin überzeugt: Wir brauchen heute keine weiteren Methoden, keine neuen Tools, keine effizienteren Optimierungsprogramme. Was wir brauchen, ist das Gegenteil: Räume, in denen wir nicht noch mehr aus uns machen müssen, sondern endlich ganz sein dürfen.

Vielleicht ist das auch der wahre Luxus unserer Zeit: Sich selbst nicht mehr verstecken zu müssen. Sondern endlich zu sein.

Kaum irgendwo wird das spürbarer als in der Weite der Wüste Namib. Dort, wo kein Empfangsnetz mehr stört, kein Lärm mehr ablenkt, keine Meetings mehr zu absolvieren sind, keine endlosen To-Do Listen im Nacken liegen, keine Rollen mehr zu spielen sind.

Nur Sand. Stille. Sonne. Und das, was bleibt, wenn alles andere wegfällt.

Frau mit Tuch über Kopf und Sonnenbrille steht in der Wüste und blickt über die Dünenlandschaft.

Die Namib Desert Expedition

Die Namib Desert Expedition ist kein Abenteuer im klassischen Sinn. Sie ist ein Ankommen. Bei sich selbst. Denn die spektakuläre Landschaft und die Leere gekoppelt mit der Herausforderung wirken auf besondere Weise: Sie reduzieren. Sie nehmen Tempo, Orientierung und gewohnte Kontrolle – und geben im Gegenzug etwas zurück, das im Alltag oft verloren geht: Antworten. Klarheit. Innere Stille. Dabei spiegelt die Wüste ein uraltes Prinzip: Nur wer bereit ist, loszulassen, öffnet sich für Neues.

Ich begleite die Teilnehmer auf dieser sehr bewusst kurierten Reise mit empathischer Klarheit und dem sicheren Gespür für das, was für ihre Durchbrüche nötig ist. Denn solche Erfahrungen sind ungewohnt – und nicht immer leicht. Aber sie sind echt. Und sie ermöglichen ein Verstehen, das keine Theorie je ersetzen kann.
Wer sich jenseits der Komfortzone begegnet, erkennt oft zum ersten Mal die Kraft, die schon lange in ihm schlummert – und endlich gelebt werden will.

Was ich vor vier Jahren als reine Frauenexpedition gestartet habe, hat sich weiterentwickelt. Zur „Namib Desert Expedition“ für ausgewählte, internationale Frauen kam die „Desert Men Challenge“ hinzu – ein Format für Männer mit Tiefe, Substanz und Mut, das ich gemeinsam mit meinem Schweizer Business Partner Pascal Forster anbiete.

In beiden Formaten geht um das Wesentliche. Keine Masken. Kein Status. Keine Rollen. Sondern das, was im klassischen Leadership-Kontext oft fehlt: ein geschützter Raum, in dem Verbindung nicht über Titel entsteht, sondern über das, was uns im Innersten bewegt. Daraus entsteht Wachstum, nicht auf dem Papier – sondern in seiner reinsten Form.

Luxus neu definiert: Tiefe statt Oberfläche

Im Kontext dieser weltweit einmaligen Transformation verändert sich auch das Verständnis von Luxus.

Das, was zählt ist nicht mehr das Fünf-Sterne-Hotel – sondern die Nacht unter Millionen funkelnder Sterne. Nicht das oberflächliche Networking – sondern die bleibenden Verbindungen, die im Schein des Lagerfeuers entstanden sind. Nicht die hochglanzpolierte Privatpraxis, sondern das Blasenpflaster, das dir die Expeditionsärztin beim „Hausbesuch“ im Zelt auf die geschundenen Füße klebt. Nicht die nächste Million oder der nächste Karriereschritt – sondern die Begegnung mit dem eigenen Warum.

Was viele nicht wissen: Die Namib ist kein Ort, den man einfach betreten kann. Sie ist eines der letzten echten Sperrgebiete dieser Erde – wild, unberührt, geschützt. Es gibt keine Straßen, keine Infrastruktur, keine Oasen. Wer sich in diese Region wagt, braucht nicht nur Mut – sondern die richtige Begleitung und eine offizielle Konzession.

Das Wüstenteam – Sicherheit auf höchstem Niveau

Mein Partner vor Ort ist Namibias erfahrenstes Wüstenteam. Volker, ein deutsch-namibischer Pionier, war in den 90er Jahren der erste, der von der Regierung die Genehmigung erhielt, Besucher in die Namib zu führen – und ist bis heute einer von nur vier Anbietern weltweit, die Zugang zu diesem Gebiet haben.
Mit dabei: Wüstenexperten, Logistikprofis, Fahrer, Köche, Film-/Fototeam – und eine eigene Expeditionsärztin. Sicherheit auf höchstem Niveau. Und zugleich das Gefühl, ganz weit weg von allem zu sein. Ganz nah bei sich.

Erfahrungen wie jene in der Namib verändern nicht nur Perspektiven – sie verändern das Leben. Weil sie den Teil im Inneren berühren, der lange geschwiegen hat: die eigene Klarheit. Die eigene Wahrheit. Die eigene Größe.

Echtes Wachstum beginnt nicht dort, wo wir noch mehr erreichen, sondern wo wir uns erlauben, auf einer ganz neuen Ebene zu wirken. Klar. Verbunden. Wahrhaftig.

Nicht aus Ego. Sondern aus Verantwortung. Für sich selbst. Für das eigene Wirken. Und für die Welt, die wir mitgestalten. Und manchmal beginnt alles mit nur einer Entscheidung: Die Komfortzone endlich zu verlassen. Ganz bewusst.

Die Namib und ich werden auch 2026 wieder Menschen empfangen, die bereit sind für genau diesen Schritt.

Fotos: Charlotte Kreft

Donner & Reuschel

ECHTE WERTE –
NEWS. IMPULSE. PERSPEKTIVEN.

Mit dem DONNER & REUSCHEL Newsletter „Echte Werte“ erhalten Sie wertvolle Impulse und Tipps rund um Ihre Finanzen.
Verpassen Sie keine aktuellen Themen aus dem Finanzbereich und darüber hinaus.

MELDEN SIE SICH JETZT AN


Newsletter
Abonnieren