Luftaufnahme einer weiten Bucht auf Kreta mit tiefblauem Meer. In der Bildmitte liegt eine felsige, dicht bebaute Insel mit historischen Gebäuden und Mauern; davor segelt ein weißes Segelboot. Links und rechts rahmen bergige, karge Küstenabschnitte die Bucht.

KRETISCHE HOFFNUNG 2.0

Der Phãea-Weg für eine gesunde Zukunft im Tourismus ist ein klug durchdachtes Nachhaltigkeitsprogramm, wie es sich z.B. im „Phãea Blue“ zeigt.

Hier erfahren Sie mehr über

  •  Tourismus und Natur
  • Ein neues (altes) Hotel
  • Die Zukunft von Kreta

Text Hans Christian Meiser

Schwarz-weiss Porträt von Hans Christian Meiser.

Dr. Hans Christian Meiser ist Philosoph und Publizist, zudem Herausgeber und Chefredakteur von PURPOSE, dem Magazin für Sinnhaftigkeit. Dieses Thema zieht sich durch sein gesamtes Werk.

Vor vier Jahren besuchte ich auf Kreta zwei Resorts der Phãea-Gruppe und lernte deren unglaublich effektives und klug durchdachtes Nachhaltigkeitsprogramm kennen. Ich berichtete darüber in dem Beitrag „Die Kretische Hoffnung“.
Nun kam ich wieder, um nachzusehen, was sich getan hat. Und siehe da: Das Programm ist noch dasselbe, doch das Hotel (zumindest das Phãea Blue, ehemals „Blue Palace“) hat sich verändert.

Luftaufnahme eines langen, hellen Sandstrandes an türkisblauem Meer. Links grenzt ein dichter Palmenhain an den Strand, auf dem vereinzelt Menschen und Strandliegen zu erkennen sind.

BIOLOGISCH DYNAMISCHE GÄRTEN FÜR ALLE!

Seitdem die Schwestern Agapi und Constanza Sbokou vier Hotels auf Kreta betreiben, gibt es fast täglich Neues über ihre Aktivitäten zu berichten. Im Mountain Heights Resort etwa, einem Apartmenthotel für Familien, das ca. dreißig Kilometer von der Hauptstadt Heraklion in den Bergen liegt, kümmern sich Chefgärtner Dimitris Andrianakis zusammen mit Spezialisten des Departments of Agriculture at the Hellenic Mediterranean University um das Anlegen und die Pflege großer biologisch-dynamischer Gärten, in denen einheimische Gemüsearten, autochtone Rebsorten und Kräuter jeder Art angepflanzt und gezüchtet werden.

Ihren Geschmack und ihre gesunde Wirkung genießen nicht nur die Gäste des Hotels, die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden generell zu Verbesserung des Microklimas und der Ernährung der kretischen Bewohner und der Touristen genutzt.

Es ist mehr als erstaunlich, wie unglaublich gut das, was dort angebaut wird, schmeckt!
Kein Vergleich zu dem, was wir im Supermarkt oder in einigen Restaurants finden oder vorgesetzt bekommen.

Auch im Familienhotel Phãea Cretan Malia (bei Malià) oder im Koutouloufari Village Holiday Club (für Individualisten) in Chersonisos werden diese Erkenntnisse in der Küche umgesetzt, ebenso wie im Phãea Blue, das sich in Elounda, in der wunderschönen Bucht von Mirabello, gegenüber des Inselchens Spinalonga befindet und von dem nun die Rede sein soll.

Senkrechte Luftaufnahme der Poolanlage des Phāea Blue mit mit zwei geschwungenen türkisfarbenen Pools. Weiße Sonnenschirme, Liegen, Palmen und Wege liegen zwischen Gebäuden mit begrünten Flachdächern.

PHÃEA BLUE

Rezeption in futuristischem Design mit großer Lampe aus Naturstoff.
Blick aus der Vogelperspektive auf eine blau leuchtenden Pool.
Außen-Kino mit Hängematte und Sitzmöglichkeit.
Blick von oben auf den Strand mit Liegen und Sonnenschirmen.
Poolbereich mit überdachter Veranda.
Gedeckter Tisch in der Dämmerung am Strand mit Kerzenlicht.
Bett mit heller Wäsche vor Naturfarbener Tapete mit aufgemalten Kakteen.
Picknick am Strand in der Abenddämmerung mit Kerzenlicht.
Gedeckter Tisch Tellern, Gläsern und Essen.

IM PHÃEA BLUE

Eigentlich hatte ich gedacht, dort anzukommen, wo ich wie gesagt vor vier Jahren schon einmal war. Doch es kam anders und schon bei der Ankunft wunderte ich mich, dass die riesige Kuppelhalle, an die ich mich noch gut erinnerte, nun einer eleganten Lobby gewichen war, die höchste Ästhetik ausstrahlte.

Linda, die Front Desk Managerin, klärte mich dann auf: Das Phãea Palace würde renoviert und ab 2027 von Rosewood als deren erstes Hotel in Griechenland betrieben, das Phãea Blu hingegen sei nun ein Boutique Hotel mit 47 Zimmern, Suiten und einer Villa (in der schon Rihanna und Lady Gaga wohnten).

Früher gehörte dieser Südtrakt auch zum ursprünglichen Hotel samt asiatischem Restaurant, doch nun habe man sich für die Verschlankung entschieden. Ein ungewöhnlicher Schritt, dachte ich mir, zumal die meisten Hoteliers auf Expansion setzen.

HARMONIE AT ITS BEST

Hier aber geschah das Gegenteil, man hatte sich für das Individuelle entschieden und das mit Erfolg. Denn das Phaea Blu strahlt innen wie außen eine enorm große Harmonie aus, die unweigerlich auf die Psyche und den Körper wirken.

In den nach verschiedenen griechischen Inseln benannten Suiten überrascht der vor dem Schlafzimmer gelegene Pool, in dem man tatsächlich schwimmen kann (bei anderen Zimmern dieser Art hatte ich immer gedacht, wozu soll das gut sein, wenn man nicht einmal einen Schwimmzug braucht, um vom einen zum anderen Ende zu gelangen)!

Das gesamte Design des Hauses ist so perfekt aufeinander abgestimmt, dass die Farben, das Mobiliar, die Materialien an sich und alles, was sonst noch dazugehört, eine perfekte Einheit bilden – die eben wiederum das Wohlbefinden auslösen.

Das gilt übrigens auch für die Mitarbeiter – selten habe ich einen so entspannten „Staff“ erlebt. Ein perfektes Feng Shui, würden Vertreter der altasiatischen Harmonielehre sagen.

SPEISEN WIE DIE GÖTTER

In den Restaurants Anthos (hier wird auch das Frühstück serviert) und vor allem im direkt am Meer gelegenen Blue Door wird griechischen Küche angeboten, die sich von allen Vorurteilen entschieden abhebt und den verwöhnten Gaumen mit einer Variation an unbekannten Aromen überrascht.

Xaris, der Restaurantmanager, ist stolz auf das, was er hier bietet, und auch auf seine Basilikumstauden, die er pflegt, als wären sie seine Kinder.

Gäbe es die griechischen Götter heute noch, würden sie sich gewiss hier laben.

Kleiner Hafen mit mehreren traditionellen Fischerbooten in Weiß-, Braun- und Gelbtönen, die im ruhigen Wasser vertäut sind. Dahinter liegen weiße Häuser am Ufer und kahle, sonnenbeschienene Berge.

SPINALONGA

Der Strand ist zwar steinig, aber das Wasser dafür umso klarer und ruhiger, denn die Insel Spinalonga, die mit ihrem venezianischen Fort bis 1957 eine der letzten Leprastationen in Europa war, verhindert durch ihre Lage ein zu rasches Vordringen des Meereswassers, so dass man völlig relaxed zu baden und schwimmen vermag.

Leider besteht der Strand selbst aus ziemlich großen Kieseln, aber dieses Manko wurde durch Holzstege, die direkt ins unglaublich klare Wasser führen, gemildert.

ORGANIC GARDEN

Auch beim Phãea Blue gibt es übrigens einen „Organic Garden“, und zweimal in der Woche haben die Gäste die Möglichkeit, dort ihr Abendmahl unter fachkundiger Erklärung einzunehmen.

Eine schöne Idee, die nicht nur für Abwechslung sorgt, sondern einen mit dem Gefühl vermittelt, nicht nur passiv zu konsumieren, sondern auch zu verstehen, was man warum und wie isst. Prädikat: Pädagogisch wertvoll!

Kleiner rechteckiger Privatpool vor einer modernen, beigefarbenen Hotelvilla. Eine Person liegt auf einer Sonnenliege neben dem Pool; die Terrasse ist von dichtem mediterranem Grün, Palmen und blühenden Sträuchern umgeben.

PHÃEA CRETAN MALIA

Hotelzimmer mit weißem Himmelbett und hellen Möbeln.
Restaurantterrasse mit Tischen gedeckt mit blau-weißen Tischdecken und Blick in eine Bucht.
Zimmer mit weißem Mobiliar.
Großer Raum mit einer Art Schrein, Stühlen und einem Weißem Sofa.
Außenpool mit Liegeflächen unter Baldachinen. Im Hintergrund ein Gebirge.
Außenküche unter Bäumen.
Verschiedene Speisen auf einem langen Tisch.
Sonnenliegen in zweier Gruppen unter Sonnenschirmen mit Blick in eine Bucht.

KRETISCHE HOFFNUNG 2.0

Und so haben die Sbokou-Schwestern hier das geschafft, was gerade auf Kreta ohnedies stattfindet: Eine komplette Erneuerung.

Die ca 100 Kilometer lange Straße von Heraklion nach Agios Nikolaos wird vierspurig zur Autobahn ausgebaut, der alte Flughafen „Nikos Kazantzakis“, der als schlechtester Flughafen Europas gilt (weil an seine Kapazitätsgrenzen gekommen), wird durch den an der Nordküste gelegenen neuen Airport „Kastelli“ ersetzt, wodurch die hier bislang vernachlässigte Infrastruktur neuen Aufschwung erhält.

150 neue Hotels sind geplant. Das, was sich bislang auf den Süden (von Ost nach West) konzentrierte, wird dadurch entzerrt, neue Arbeitsplätze entstehen etc., etc.. Der alte Flughafen wird dabei möglicherweise nach dem Vorbild von „Elliniko“ (dem alten Airportgelände von Athen) zu einer Smart City umgewandelt.

Die Pläne dafür sind in Arbeit. Man kann also durchaus sagen, dass nicht nur das 51 Punkte umfassende PHÃEA-Nachhaltigkeitskonzept Kreta neue Hoffnung auf gesunden Tourismus verleiht, sondern dass auch die griechische Regierung begriffen hat, wie man sich für die Zukunft rüstet.

Fotos: PHĀEA 

Donner & Reuschel

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