Blick über einen See auf eine weite Landschaft mit Wiesen, einzelnen Gebäuden und bewaldeten Hügeln im Hintergrund; im Vordergrund rahmen Äste mit grünen Blättern die Szene ein.

NEUSCHWANSTEIN UND DAS AMERON — Auf den Spuren Ludwigs II.

Ohne seinen „Märchenkönig“ wäre Bayern in der touristischen Landschaft vermutlich nicht das geworden, was es heute ist. Warum ein Besuch der Burgen Neuschwanstein und Hohenschwangau trotz Overtourism lohnenswert ist, lesen Sie in diesem persönlichen Bericht.

Hier erfahren Sie mehr über

  • Thomas Althoff
  • Eine nie aufgeführte Oper
  • Einen besonderen Hotelkomplex

 

Text Hans Christian Meiser

Schwarz-weiss Porträt von Hans Christian Meiser.

Dr. Hans Christian Meiser ist Philosoph und Publizist, zudem Herausgeber und Chefredakteur von PURPOSE, dem Magazin für Sinnhaftigkeit. Dieses Thema zieht sich durch sein gesamtes Werk.

Am 13. Juni 1886 starb Ludwig II. unter bis heute nicht geklärten Umständen in der Nähe der kleinen Ortschaft Berg am Starnberger See. Um seinen 100sten Todestag würdevoll zu begehen, plante ich 1986 ein Kunstspektakel mit dem Komponisten Walter Haupt, der Choreographin Celi Barbier und dem Regisseur, Bühnenbildner und Maler Achim Freyer.  Das Libretto stammte von mir.

August Everding, damals Generalintendant der München Staatsoper unterstützte das Vorhaben, das als Spektakel an der Münchner Oper, dem Cuvillies-Theater und der Allerheiligenhofkirche aufgeführt werden sollte, wobei Akteure und Publikum gleichermaßen von einem Ort des Geschehens zum anderen mit Fackeln in der Hand ziehen sollten. Zudem gab es der Ludwige drei, einen Tänzer, einen Sänger und einen Schauspieler.

Indes, es kam es nicht zur Aufführung, weil Wolfgang Sawallisch, der Generalmusikdirektor, nur zehn Termine für die Orchesterproben zur Verfügung stellte, wir aber 20 benötigten.

Heller Innenraum mit großen, rechteckigen Fenstern; davor eine lange Holzfläche oder Sitzbank, durch die Fenster Blick auf grüne Hügel und ein Schloss in der Ferne.

PHILOSOPHIE IM HOTEL

All dies trat wieder in meine Erinnerung, als ich kürzlich für ein Wochenende in Hohenschwangau weilte, und zwar im feinen AMERON Hotel (4*Superior), das zur Althoff Collection gehört. Und auch hier holte mich die Erinnerung ein.

Thomas Althoff und ich waren uns in seinem „Grandhotel Schloss Bensberg“ im Bergischen Land begegnet und hatten eine sehr lange Unterhaltung – nicht über Hotels, sondern über den römischen Philosophen Seneca und die Lebensschule „Stoa.“

Für mich war es faszinierend zu erleben, wie sehr ein berühmter Hotelier sich der Philosophie verschrieben hatte, auch wenn sein Hauptgeschäft natürlich ein ganz anderes war.

Dennoch, daran musste ich jetzt denken, hatten er und Ludwig II. etwa gemeinsam: die Liebe zu ungewöhnlichen Schlössern (auch das Schlosshotel Lerbach, bei Bergisch Gladbach gelegen, gehört zur Althoff Collection), zu hervorragendem Essen (ohne ihn wären Dieter Müller oder Joachim Wissler nie zu ihren wohlverdienten Ehren gekommen) und zur Kunst (die Althoff Hotels sind allesamt mit besonderen Originalen ausgestattet).

Im Umgang mit Menschen unterscheiden sich beide freilich.

Ludwig II. suchte als Misanthrop eher die Einsamkeit, Thomas Althoff als Philanthrop hingegen schafft Begegnungsstätten für Menschen.

Das war Ludwigs II. Absicht nicht, als er Neuschwanstein erbaute, denn er wollte dort eher für sich sein und sich der Illusion hingeben.
Was für eine Ironie der Geschichte: Heute besuchen sechs Millionen (!) Menschen pro Jahr jenen Ort, den der Märchenkönig nur für sich alleine haben wollte …

Hotelier Thomas Althoff sitzt vor einem Fenster; hinter ihm ist eine Landschaft mit See und Bergen sichtbar.
Hotelier Thomas Althoff

LAGE, LAGE, LAGE!

Da geht es dem gebürtigen Wuppertaler Thomas Althoff von vornherein besser: Sein Imperium besteht aus drei Marken (Althoff Collection, Ameron Collection und Urban Loft mit 18 Häusern in vier Ländern und mehr als 2000 Zimmern) – allesamt in besten und ungewöhnlichen Lagen.

Blick durch eine offene Balkontür mit Geländer auf eine Landschaft mit See und Hügeln; Vorhänge rahmen die Öffnung.
Blick in die Suite-Jägerhaus des AMERON-Neuschwanstein-Alpsee.
Die Lobby des AMERON-Neuschwanstein-Alpsee mit dunkelblauen Polstermöbeln und einem großen Kamin vor einer braun-grauen Steinwand.
Blick aus dem Spabereich des AMERON-Neuschwanstein-Alpsee-Spa-&-Resort in richtung des Alpsees.
Eingedeckte Essenstafel mit weißer Tischdecke und weißem Geschirr. An der Wand ein großes Porträt von König Ludwig II.
Das Lisl-Zimmer-DLX im AMERON-Neuschwanstein-Alpsee-Spa-&-Resort.
Blick auf den blau-leuchtenden Indoor-Pool des AMERON-Neuschwanstein-Alpsee-Spa-&-Resort.
Die Bar des ameron-neuschwanstein-alpsee-resort mit dunkelblauen Samtstühlen und braunen Sitzbänken.

Das AMERON Neuschwanstein wartet just mit einer solchen Lage auf: Es ist ein Verbund aus drei Traditionsikonen (Jägerhaus, Schlosshotel Lisl und Alpenrose) sowie den modernen Bauten Galeria und Seehaus, wobei alle elegant ausgestatteten Gebäude unter- oder oberirdisch miteinander verbunden sind – und, was noch genialer ist: irgendwann landet man immer beim „Museum der Bayerischen Könige“, das sich inmitten der Anlage befindet und das ein jeder besuchen sollte, der ein bisschen etwas von dem, was hier wichtig ist, verstehen möchte. Erst dann erkennt man nämlich, wo man sich geographisch und kulturell befindet.

Die Lage des Hotelkomplexes ist so einmalig, dass man den Alpsee (unbedingt umrunden, dauert ca 1,5 Stunden), das Schloss Hohenschwangau (die Sommerresidenz von Ludwigs Eltern) und natürlich das Schloss Neuschwanstein nicht aus nächster Nähe bewundern, sondern auch vollkommen problemlos zu Fuß in kürzester Zeit erreichen kann. Die Führungen in den Schlössern dauern jeweils nur ca. 30‘, aber eigentlich langt diese Zeit, um zu verstehen, was sich hier warum und mit wem abspielte. Zudem sind die Führer sehr gut ausgebildet, so dass niemand diese Orte mit weniger Wissen als zuvor wieder verlässt …

Terrasse mit mehreren Stühlen und Tischen unter Bäumen; dahinter Blick auf See und Landschaft im warmen Licht.

LEBENSFREUDEN

Besonders schön: Im Jägerhaus des AMERON stammt einiges Mobiliar noch aus der Zeit von Ludwig und man kann sich gut vorstellen, wie es einst war, hier dem König zu begegnen. Heute trifft man eher Jungunternehmer mit Familie, oder junge Damen, die hier ein Wochenende unter sich im feinen „4-elements-spa“ mit fantastischem Blick auf den Alpsee verbringen möchten, oder Pärchen, die eine Suite mit Seeblick in der Alpenrose gebucht haben.

Egal, wer hier zu Gast ist, er wird sich niemals deplatziert fühlen, denn Razvan Kefer, der General Manager, der den zweiten Vornamen „Tiberius“ trägt, sorgt mit seinem Team auf liebevolle Art dafür, dass sich alle willkommen fühlen, gemäß der Althoff’schen Philosophie, dass ein jeder Mensch, ein jeder Gast, wichtig und richtig ist.

Hinzukommt ein interessantes Foodkonzept, nämlich das der ¾ Genusspension, das aus Frühstück, Kuchen/Quiche (von 14 bis 16 Uhr) und Viergänge-Abendessen (von 18 bis 21 Uhr) besteht. Die Kosten hierfür liegen bei nur € 25.- p.P. (bei Buchung mindestens drei Tage vor Anreise über die Website, oder bei € 65.- p.P. bei Buchung vor Ort oder weniger als drei Tage vor Anreise).

Gemälde Ludwigs II. mit dunklem Haar und Schnurrbart in blauer Uniform mit roten und goldenen Verzierungen.

TRADITION UND MODERNE

Das vielleicht Wichtigste aber ist: Man fühlt sich hier zwar nicht der Welt entrückt, aber doch irgendwie von ihr positiv distanziert, vor allem, wenn man die unendlich vielen Tagestouristen sieht, die sich den Schlossberg hinaufquälen. Da hat man es im AMERON schon besser und gemütlicher, ganz gleich, in welchem der Gebäude man nächtigt, ob in der riesigen Lobby am Kamin ein Buch liest, den Ballsaal nutzt, einer Tagung im Haupthaus beiwohnt oder sich an der Ludwig Bar sich ein Gläschen gönnt.

Die Verbindung aus Tradition und Moderne, die an anderen Orten nicht immer glückt, ist hier vollendet, das Allgäu liegt mit dem Festspielhaus Füssen vor einem (dort laufen auch die Themen bezogenen Musicals „Ludwig II.“, „Elisabeth“ und „Rudolf“ – wer im AMERON Neuschwanstein logiert, kann über das Hotel Tickets  mit 30% Nachlass erwerben) und nach dem Besuch von Neuschwanstein kann man darüber nachdenken, weshalb Ludwig II. recht behielt, als er 1876 an die Schauspielerin Marie Dahn-Hausmann schrieb:

„Ein ewiges Rätsel will ich bleiben, mir und den anderen!“.

Thomas Althoff ist dies gottseidank nicht, und seinem Stil und seinem Geschmack ist es zu verdanken, dass man diesem Rätsel ziemlich nahe sein kann …

DIE ADRESSE

AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa
Alpseestraße 21
87645 Hohenschwangau

T. +49 8362 7030 0

E. info@ameron-neuschwanstein.de

www.ameron-neuschwanstein.de

Fotos: Althoff Hotels, AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort / Jannis Hagels, Michael Helmer, Wolfgang Stahr, iStock

Donner & Reuschel

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