Gemalte Landschaft mit Fluss, Felsen und einer sitzenden Figur in mittelalterlicher Kleidung am Ufer.

Rumpelstilzchen oder die Magie des Geldes

Naturprodukte wie Stroh zu Gold machen? Das war nur zu Zeiten der Gebrüder Grimm eine wundersame, seltene Kunst, längst beherrschen sie Landwirte, Ölkonzerne oder Global Player. Aber das Märchen „Rumpelstilzchen“ zeigt uns bis heute auch wahre Werte.

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Text Irmela Neu

Schwarz-Weiß-Bild von Prof. Dr. Irmela Neu.

Prof. Dr. Irmela Neu lehrt Interkulturelle Kommu­nikation in Spanien und Lateinamerika an der Hochschule München für angewandte Wissenschaften (HM), gibt Seminare zu empathischer Kommu­nikation, ist Autorin und studierte Politologin. www.irmela-neu.de

Das Märchen beginnt folgendermaßen: „Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter.“

Der Müller ist derjenige, der das Getreide zu Mehl verarbeitet und für die Tiere Futtermittel herstellt. Dazu braucht es die Wasserkraft, so dass die Arbeitsstätte eines Müllers immer an einem Fluss oder breiteren Bach lag. Heute gibt es diese Minikraftwerke nur noch als touristische Attraktion zu sehen oder als etwas, was sich in die Landschaft wie natürlich eingefügt hat.

Diese frühere schwere handwerkliche Tätigkeit zur Herstellung von einem alltäglich benötigten Lebensmittel ist inzwischen weithin der industriellen Produktion gewichen. Geblieben ist der bekannte Nachname „Müller.“

Vom Verkauf der Müllerstochter

Der Müller in unserem Märchen ist arm; wie sich gleich zu Beginn des Märchens herausstellt, ist seine schöne Tochter sein Kapital. Als er nämlich beim König zugegen ist, prahlt er mit seiner Tochter. Nein, nicht mir ihrer Schönheit, sondern mit ihrer besonderen Fähigkeit. Sie könne nämlich, so behauptet er vor dem König, „Stroh zu Gold spinnen.

So ganz absurd oder einfach nur märchenhaft ist diese Behauptung nicht, wie es zunächst erscheinen mag; dies wird noch zu zeigen sein.

Das gefällt natürlich dem König und so lädt er den Müller ein, gleich am nächsten Tag seine Tochter mitzubringen; er wolle ihre besonderen Fähigkeiten auf die Probe stellen.

Der Müller kam der Aufforderung des Königs nach und brachte seine Tochter zum Hof. Dort war bereits eine Kammer mit Stroh gefüllt, in welche der König sie nun führte. Rad und Haspel zum Verspinnen des Strohs lagen auch schon bereit.

Die Ansage des Königs ließ keine Zweideutigkeit aufkommen: „Jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben.“

Ach ja, und dann schloss er auch noch die Kammer selbst zu.

Da saß sie nun einsam und verlassen, die Tochter des armen Müllers; er hatte sie weggegeben, ja gleichsam mit einer Behauptung verkauft, die sie nun erfüllen sollte.

Einsam und verlassen war sie in dem Zimmer voller Stroh eingesperrt. Welch eine gruselige Situation! Sie hatte doch keine Ahnung, wie sie nun das viele Stroh zu Gold verspinnen sollte.

Sie war völlig auf sich gestellt. Alles Grübeln half nichts. Sie war ihrer immer größer werdenden Angst hilflos ausgesetzt.

In ihrer Not fing sie an, bitterlich zu weinen. Und was passierte dann?

Gemalte Szene in einer Stube: Eine junge Frau steht vor einem Spinnrad, vor ihr liegt goldfarbenes Stroh und ein König auf einem Thron.

Die Hilfe bei der Lösung der Aufgabe

Nun, Sie wissen es sicher schon, geneigte Leser. Die Tür ging auf, und ein kleines Männchen trat herein und fragte: „‘Müllerin, warum weint Sie so sehr?‘“

Die Müllerstochter erzählte ihm von der für sie unlösbaren Aufgabe. Das Männchen wusste Rat – doch nicht umsonst. Es sollte etwas kosten! „Was gibst du mir, wenn ich dir’s spinne?“

 Das Mädchen bot ihm sein Halsband an, was das Männchen akzeptierte und annahm. Es setzte sich vor das Rädchen und „schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll.“

So verfuhr er weiterhin, und tatsächlich war bis zum Morgen das gesamte Stroh zu Gold versponnen.

Kaum war die Sonne aufgegangen und der Tag angebrochen, erschien der König, war erstaunt und freute sich; doch „sein Herz ward nun noch goldgieriger“.
Befeuert auf die gute Aussicht nach noch mehr Reichtum, ließ er die Müllerstochter in eine noch größere Kammer bringen und „befahl ihr, das auch in einer Nacht zu spinnen‚ wenn ihr das Leben lieb wäre.‘“

Nun, es erschien auch in dieser Nacht der Verzweiflung und bitteren Tränen wieder das Männchen.

Diesmal erhielt er den Ring für seine Leistung, die er so vollzog, dass auch die größere Kammer am nächsten Morgen nicht mehr mit Stroh, sondern mit glänzendem Gold gefüllt war. Bei diesem Anblick geriet der König zwar in Verzücken, konnte aber den Hals nicht voll bekommen.

Gierig befahl er nochmals, die Müllerstochter solle das Stroh in einer noch größeren Kammer wieder zu Gold verwandeln.

Doch statt der Todesdrohung bei Nichtgelingen bot er ihr folgendes an: „Die musst du noch in dieser Nacht verspinnen; gelingt dir’s aber, so sollst du meine Gemahlin werden.“

Das war nun eine ganz neue Perspektive! Der Druck, erfolgreich zu sein, blieb. Was nun? Wird sie Königin?

Gemalte Szene in einer Stube: Eine junge Frau sitzt am Spinnrad, vor ihr liegt goldfarbenes Stroh. Sie blickz verzweifelt und ein kleines Männchen mit spitzen Ohren und einer roten Zipfelmütze blickt zur Tür hinein.

Nicht nur märchenhaft: Zeiten des Umbruchs

Auch dieses Mal hilft ihr das Männlein. Der König gibt diese Zusage bei erfolgreicher Umwandlung von Stroh in Gold sehr prompt. Warum wohl? Ganz klar. Egal, aus welcher sozialen Schicht seine Frau kommt, die dann Königin würde, sagt er sich:

„‘Wenn’s auch eine Müllertochter ist (…) eine reichere Frau finde ich in der ganzen Welt nicht.‘“

Dies ist durchaus etwas Neues. In früheren Zeiten hätte der König wahrscheinlich standesgemäß geheiratet und sich dann eine reiche Mätresse ausgesucht. Die mögliche Aufweichung der Standesgrenzen weist auf das neue Zeitalter hin; die erste industrielle Revolution zieht Veränderungen nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in den sozialen Verhältnissen und Gepflogenheiten nach sich.

Die Gebrüder Grimm lebten genau in dieser Zeit des Umbruchs. Wie wir noch sehen werden, hat dies Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Märchens.

Auch wenn Märchen einer alten Tradition geschuldet sind und zeitlose Weisheiten enthalten, so nehmen sie doch die Folgen von Veränderungen auf. Umbrüche gab es schon immer, doch bei genauerem Hinsehen sind sie immer in der Weiterentwicklung im technischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich verankert. Vom Politischen ganz zu schweigen.

Die erste industrielle Revolution mit der Vorherrschaft der Ausrichtung auf die Geldwirtschaft war ein tiefer Einschnitt, der sich bis auf die heutige Zeit noch verschärft hat.

Das Tauschgeschäft zwischen der Müllerstochter und dem Männlein

Was also will das Männlein nun von der Müllerstochter als Lohn für seine Dienste, ohne die unsere Müllerstochter keine Königin werden kann, sondern vermutlich ein trauriges Schicksal erwarten würde? Etwas Materielles hat sie nicht zu bieten, denn sie entstammt aus armem Hause.

Nun, das Männlein will etwas Anderes; es verlangt nicht weniger als ihr erstes Kind, wenn sie denn nach erfolgreicher Schaffung von Gold tatsächlich Königin ist.

So versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.“

 In ihrer Not gab sie ihm das Versprechen. Das Männlein wurde wieder erfolgreich tätig, der König war sehr damit zufrieden und sie heirateten tatsächlich. So ward die Müllerstochter eine Königin.

Wird das Männlein seiner Forderung als Lohn nachkommen? Erhält es tatsächlich das Kind?

Der Wert von etwas Lebendigem

In der Tat bringt die nun Königin nach einem Jahr ein „schönes Kind zur Welt“. Ihr Versprechen hatte sie vergessen.

Aber das Männlein suchte sie in ihrer Kammer auf und forderte bestimmt: „Nun gib mir, was du versprochen hast.“

Natürlich erschrak die Königin bis aufs Mark. Sie bot dem Männlein alle Schätze und Reichtümer ihres Königreiches an, wenn er ihr nur ihr Kind lassen würde. Doch das Männlein besteht auf der Einhaltung ihres Abkommens. Warum? Er spricht es ganz klar aus: „(…) etwas Lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt.“

Eine denkwürdige Aussage! Die Essenz dessen, was den weiteren Verlauf und vor allem das Ende plausibel macht. Ihm geht es nämlich darum, etwas zu bekommen, was er alleine nicht herstellen kann. Zum einen biologisch nicht, doch zum anderen auch, weil ihn das Lebendige selbst als lebendiges Wesen erfahren lässt.

Ob er der Königin, der Frau, diese Fähigkeit neidet, etwas in die Welt gebracht zu haben, das selbst Leben in sich trägt? Oder steckt bei seiner Forderung nach einem lebendigen Wesen mehr dahinter?

Wer ist denn überhaupt dieses merkwürdige Männlein, das einerseits über Zauberkräfte verfügt, doch andererseits eine tiefe Sehnsucht nach dem Spüren von Lebendigem hat?

Bevor wir auf diese Frage näher eingehen, folgen wir dem Verlauf des Märchens.

Gemalte Szene mit einer jungen Frau in mittelalterlicher Kleidung, die neben einem Spinnrad sitzt und einem kleinen Männchen mit spitzen Ohren und roter Zipfelmütze eine goldene Kette hinhält.

Die Bedeutung des Namens

Die Königin jammerte und jammerte, weil sie ihr Kind dem Männlein nicht geben wollte. Das Männlein hatte Mitleid mit ihr und bot ihr folgenden Deal an:

Drei Tage will ich dir Zeit lassen (…), wenn du bis dahin meinen Namen weißt, sollst du dein Kind behalten.“

Eine schwere Aufgabe für die Königin. Wie sollte sie seinen Namen herausfinden? Da war guter Rat teuer.

Sie ging alle Namen durch, die sie kannte; schickte Boten ins Land, um weitere Namen ausfindig zu machen. Sie trug am ersten Tag nach der Vereinbarung einige der Namen dem Männlein vor. Sie waren falsch.

Am zweiten Tag präsentierte sie ihm die ungewöhnlichsten Namen: „Heißt du vielleicht Rippenbiest oder Hammelswade oder Schnürbein?“ Leider nicht. Fehlanzeige!

Der dritte Tag nahte. Die letzte Chance! Da kam ein Bote von seiner Erkundungstour zurück, den die Königin ausgeschickt hatte, um den Namen des Männleins zu erfahren. Er berichtete von einem kleinen Haus weit abgelegen am Rande eines Waldes an einem Berg, vor dem ein Feuer brannte.

Ein kleines Männlein hüpfte vor dem Feuer auf einem Bein herum und schrie:

„Heute back ich, morgen brau’ ich,

übermorgen hol’ ich der Königin ihr Kind;

ach, wie gut ist, dass niemand weiß,

dass ich Rumpelstilzchen heiß’!“

In seiner Vorfreude auf das zu erwartende Geschenk als Bezahlung für seine Dienste hat er sich selbst – unwissentlich natürlich – verraten. Der Bote berichtete es der Königin.

Das Männlein trat am dritten Tag vor die Königin und fragte triumphierend: “Nun, Frau Königin, wie heiß’ ich?“

Sie wusste es ja, ließ das Männlein jedoch erst einmal zappeln und sagte ganz zum Schluss: „‘Heißt du etwa Rumpelstilzchen?‘

Seine Reaktion: „Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt, schrie er.“

Er war außer sich vor Wut. Mit dem rechten Fuß stieß er so fest auf die Erde, dass er darin versank. In seiner Wut packte er „den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich selber mitten entzwei.“

So endet das Märchen.

Die Symbolik des Namens „Rumpelstilzchen“

Warum macht er das? Wer ist das Männlein überhaupt?

Der erste Teil seines Namens verweist in seiner Lautmalerei auf das Rumpeln von Maschinen und der neu eingeführten Eisenbahn, deren Dampflokomotiven ein rhythmisch rumpelndes Geräusch von sich geben. Das ist der Teil des Männleins, der mit der neuen Technik verbunden ist.

„Stilzchen“ oder Stelzen, mit denen er sich zum Schluss in die Erde rammt, ist seine Erdverbundenheit, die auch in seiner Wohnstätte einsam in der Natur, wo sich „Fuchs und Hase’ gute Nacht sagen“, zum Ausdruck kommt. Er ist also so etwas wie ein Zwitter-Wesen, das einerseits die neue Zeit verkörpert, andererseits jedoch noch als Erdmännchen der Natur verhaftet ist.

Er kann Stroh in Gold verwandeln, doch hat er darüber das Lebendige verloren. Er hofft, es durch das Kind der Königin wieder zu erlangen oder doch zumindest ein Gleichgewicht zwischen seinen Fähigkeiten in materieller Hinsicht und seiner Naturverbundenheit wieder herzustellen. Das misslingt ihm.

Nur mit dem Materiellen ist er außer sich, aus seiner Balance geraten. Das empfindet er mehr als deutlich.

Deshalb versenkt er sich zu guter Letzt in die Erde, von wo er herkam: ein naturverbundenes Wessen. Als Alchemist, der Stroh in Gold verwandeln kann, war er erfolgreich. Doch nun ist er entlarvt und damit gescheitert; die Königin und Müllerstochter hat seinen Namen und damit diese Seite seiner Existenz entlarvt; denn sein Name steht für diese Seite seines Daseins! Die ist damit zerstört.

Aus Verzweiflung und Wut darüber gibt er sich selbst der Erde, der Natur wieder zurück.

Ja, er hat zwar in der alchemistischen Tradition Stroh zu Gold verwandeln können, doch mehr nicht. Mit seinem Scheitern war das nun für ihn vorbei. Inzwischen ist die Zeit weiter fortgeschritten, und diese Seite der Menschheit hat sich erfolgreich durchgesetzt – nämlich sehr wohl die Natur gewinnbringend zu vereinnahmen.

Eine Frau mit edlem, pelzbesetztem Umhang deutet auf ein wild tanzendes kleines Männchen mit spitzen Ohren und roter Zipfelmütze.

Im Umbruch: Die Ausrichtung auf Materielles

Rumpelstilzchen als Symbolfigur war ja nur ein Repräsentant zu Anfang der neuen Zeit in der Übergangsphase von der landwirtschaftlich orientierten Periode zur industriellen. Die Ausbeutung der Natur schritt und schreitet rasant weiter fort. Immer mehr wurde auch damals schon Grund und Boden zu Geld gemacht.

In diesem Sinn ist er nicht der Vorbote eines angehenden Zeitalters von Global Playern, denen es gelingt, Produkte der Natur immer gewinnbringender zu kapitalisieren. Kein Wachstum in diese Richtung bei unserem Männchen. Die erfolgreiche, weitere Alchemie ins Geldwesen des kapitalistischen Systems gelingt ihm nicht.

Letztlich mahnt sein Schicksal uns zu erkennen, wie zerstörerisch sich die Einseitigkeit in der Ausrichtung aufs Materielle auswirkt, vor allem auch selbstzerstörerisch!

Bemerkenswert! Essenz: als jemand, der nur an das Materielle gebunden wäre, auch wenn er die Fähigkeit der Transformation in Gold besitzt, wäre er in seiner Existenz als auch erdgebundenes Wesen nicht mehr lebensfähig.

Ihm würde die Essenz des Lebens fehlen: sich lebendig zu fühlen. Dazu braucht es die Integration beider Seiten: der Erd- und Naturverbundenheit und der Ausrichtung auf materiellen Wohlstand und dessen Vermehrung. Gar nicht so leicht, wie wir auch als Menschen der heutigen Zeit wissen! Da lauert die Gier und fordert ihren Tribut.

Der Fokus auf der materiellen Seite ist keineswegs neu; vielmehr hat er eine lange, lange Tradition, nämlich die der Alchemie, mit der auch unser Männchen, unser Rumpelstilzchen, als Wesen zwischen der Welt der Natur und der der Materie verbunden ist.

Was hat es mit der Tradition der Alchemie auf sich?

Von der Alchemie des Geldes

Die Verwandlung eines Naturproduktes wie Stroh und Gold mag ins Reich des Märchens gehören, wo Vieles möglich, doch nicht real ist. Diese Ansicht wäre jedoch zu kurz gegriffen. Es gibt nämlich eine sehr alte Tradition, die der „Alchemie“. Es handelt sich dabei um eine durchaus komplexe, zunächst auch spirituelle Lehre, wie das unedle Metall Blei in Gold verwandelt werden kann. Eine bekannte Gestalt ist die des „Doktor Faustus“ aus dem 17. Jahrhundert, die Johann Wolfgang von Goethe in seinem „Faust I und Faust II“ wieder aufgegriffen, umfassend neugestaltet und aktualisiert hat.

Aus einem Naturprodukt Gold und Geld zu machen, ist in Zeiten der industriellen Revolution über die Einführung des modernen Geldwesens wie das Aktienwesen gang und gäbe geworden.

Heutzutage ist die industrielle Landwirtschaft längst ein fester Bestandteil mit Gewinnaussichten. Die Tradition der Alchemie hat sich weiterentwickelt. Es geht nicht mehr nur darum, in aufwendigen Laboren Gold herzustellen, sondern durch das virtuelle Geld der Aktien Spekulationen mit der Aussicht auf Geldvermehrung zu betreiben.

Unsere moderne Form des Wirtschaftens kann also durchaus als eine Fortführung der Alchemie angesehen werden – vor allem in dem Bestreben, Reichtum zu vermehren.

Was ist der Preis dessen?

Vom Wert des Lebendigen in unserem Zeitalter

Heutzutage erleben wir eine Ökonomisierung in nahezu allen Bereichen. Materielle Absicherung, Wohlstand, sozialer Status und möglichst die Vermehrung dessen sind Ziele, die weithin als erstrebenswert angesehen werden. Das Leben ist deshalb zeitgetaktet und von „To-Do-Listen“ geprägt. Darüber treten Werte wie Muße, Verbundenheit mit der Natur und freudiges, absichtsloses Tun in den Hintergrund.

Anders ausgedrückt: unser leistungsorientierter Verstand hat das Sagen. Herzenswünsche verblassen dem gegenüber.

Das muss nicht so sein. Es geht um die rechte Balance von dem, was als Anforderungen in unserem Leben gegeben ist, und dem, was uns Freude bereitet. Es ist mehr als „Pflicht und Kür“, „Arbeit, Freizeit und Erholung“.

Pflicht kommt von außen, Freude von innen.

Auch wenn die Pflicht zumindest teilweise zur Freude wird, so gibt es dennoch darüber hinaus eine Herzensfreude, die uns als lebendige Wesen im Miteinander, in der Verbundenheit und Leichtigkeit erleben lässt. Dies zu erfahren, zu spüren, zu fühlen und selbst zu gestalten, lohnt sich. Viel Entdeckerfreude dabei!

Fotos: Dall-E

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